Superfood Maulbeeren im Überblick

Maulbeerbäume gehören zu den Maulbeer-Gewächsen und kommen weltweit in etwa 12 Arten vor. In Europa findet man die Früchte nur als weiße, rote und schwarze Maulbeere. Die weiße Maulbeere wächst in Deutschland nur als Strauch.

Maulbeer-Gewächse sind sommergrüne Bäume oder Sträucher. Als Bäume können sie 6 bis 15 Meter hoch werden und haben eine sehr dichte Krone. Ihre runden bis herzförmigen Blätter werden maximal 18 cm lang. Charakteristisch für die Gehölze ist, dass sich an jedem Baum mehrere Blattformen befinden. Der Stamm ist mit einer graubraunen Rinde bedeckt. In seinem Inneren fließt ein weißer milchähnlicher Saft.

Ab April treiben Blätter und Blüten gleichzeitig aus, was für Bäume ebenfalls ungewöhnlich ist. Alle drei Maulbeersorten bilden 3 bis 6 cm lange Früchte. Sie ähneln länglichen Brombeeren und sind sehr saftig. Die frischen roten und schwarzen Beeren haben einen intensiven, süß-herben Geschmack. Die cremefarbenen Maulbeeren schmecken nach Vanille.

Da die Beeren zu unterschiedlichen Zeiten reif werden, sind mehrere Ernten notwendig. Die reifen Früchte werden durch Schütteln der Zweige vom Baum geholt. Damit sie durch den Aufprall nicht beschädigt werden, breitet man um die Bäume dicke Planen aus. Die Maulbeeren werden noch vor Ort sortiert und gereinigt. Die für den Export vorgesehenen Früchte trocknet man in der Sonne.

Maulbeerbäume wachsen an warmen, sonnigen und windgeschützten Standorten und bevorzugen lockere, nährstoffreiche und kalkhaltige Sandböden. Hierzulande findet man vor allem die weiße Variante. In den wärmeren Regionen gedeihen die Bäume besser, als im kalten Norden.

Die Maulbeere stammt ursprünglich aus China und dem Himalaya. In China wird der Baum seit 5.000 Jahren zur Seidenherstellung genutzt. Die schwarze Maulbeere ist in Persien beheimatet und die rote in Nordamerika. Im vierten Jahrhundert vor Christus gelangte der exotische Baum über Vorderasien nach Griechenland und von dort aus nach Italien. Die Römer verbreiteten ihn im ganzen Mittelmeerraum. Heute kommt er überwiegend in Nordamerika, Europa und Asien vor.

Welche Inhaltsstoffe haben Maulbeeren?

Maulbeeren enthalten viele Polyphenole, Flavonoide, Resveratrol, Anthocyane und Pektin. Außerdem kommen in ihnen die Vitamine Beta-Carotin (25 IE), B6 (0,1 mg), C (36,4 mg), E und K (in Spuren) vor. Die Früchte haben einen hohen Gehalt an Eisen (1,9 mg), Kalzium (39 mg), Kalium (194 mg), Magnesium (18 mg) und Natrium (10 mg).

100 g Maulbeeren enthalten:

85,5 g Wasser
9,8 g Kohlenhydrate (vor allem Glukose und Fruktose)
1,4 g Eiweiß
1,0 g Ballaststoffe
0,4 g Fett
sowie Vitamine und Mineralstoffe.

Welche Bedeutung haben Maulbeeren in der Volksmedizin?

Außer zur Seidenraupenzucht verwendete man den Maulbeerbaum in China noch als Heilmittel. Vor allem die Blätter und Wurzeln des knorrigen Baumes fanden aufgrund ihrer antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung Eingang in die traditionelle chinesische Medizin und wurden zur Stärkung des Immunsystems und zur Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes eingesetzt.

Für die alten Römer hatte der Baum ebenfalls einen hohen gesundheitlichen Wert. So empfahl der bekannte römische Dichter Horaz, jede Mahlzeit mit dem Genuss einer Maulbeere zu beenden, damit man lange gesund bleibe. Auch die heilkundige Nonne Hildegard von Bingen (12. Jahrhundert) kurierte mit den saftigen Beeren diverse Leiden.

In den folgenden Jahrhunderten wurden Saft, Sirup und Tee aus Maulbeeren gemäß den Erkenntnissen der Erfahrungsmedizin erfolgreich bei Hals, Zahnfleisch und Mundschleimhaut-Entzündungen eingesetzt. Außerdem erwiesen sie sich als probates Mittel zur Leberentgiftung. Maulbeertee diente der Behandlung von Harnwegs- und Blasenerkrankungen.

Heutige Anwendung von Maulbeeren

Maulbeeren sind reich an Antioxidanzien, die entzündungshemmende Eigenschaften haben und in ihrem Wirkungsprofil durch Vitamine und Mineralstoffe optimal unterstützt werden.

Resveratrol, die Anthocyane, Vitamin C und die anderen in den Maulbeeren enthaltenen Vitamine sind ideale Radikalfänger: Sie machen die freien Radikale im Körper, die Entzündungen verursachenden, schnell unschädlich. Darüber hinaus sind sie sogar noch imstande, die von den freien Radikalen gebildeten Tumorzellen am Wachstum zu hindern.

Entzündliche Prozesse wie die Zerstörung der Gefäßinnenwände durch die aggressiven Sauerstoffmoleküle werden ebenfalls gehemmt und die angegriffenen Zellwände umgehend repariert. Das Arteriosklerose-Risiko wird verringert.

Da das hochwirksame Resveratrol außerdem noch das gefäßverengende und blutdrucksteigernde Hormon Angiotensin ausbremst und zugleich die Bildung des gefäßerweiternden Stickstoffmonoxids fördert, leistet es einen wertvollen Beitrag zur Blutdrucksenkung. Damit wird gleichzeitig das Risiko von Schlaganfällen und Gefäßschädigungen gesenkt. Mithilfe ihres hohen Kaliumgehalts unterstützen Maulbeeren die Blutdruckregulierung noch zusätzlich.

Dank ihrer starken antibiotischen Eigenschaften helfen sie bei der Beseitigung von Bakterien und Viren. Erreger, die beispielsweise Durchfall verursachen, werden abgetötet. Bakterielle Atemwegsinfektionen wie Hals und Mund-Rachenraum-Entzündungen werden schnell gelindert. Da die sekundären Pflanzenstoffe zugleich auch schleimlösend wirken, sind Heilmittel aus Maulbeeren außerdem noch bei der Behandlung von Husten und Bronchitis vorteilhaft.

Da die Alzheimer auslösenden Amyloidplaques im Gehirn, wie viele andere Krankheiten, ebenfalls auf entzündliche Prozesse zurückgehen, kann Resveratrol sogar der gefürchteten, degenerativen Gehirn-Erkrankung vorbeugen.

Wer die wohlschmeckenden Maulbeeren regelmäßig verzehrt, profitiert außerdem von ihrem Anti-Aging-Effekt: Die Antioxidanzien in der Frucht verlangsamen die Zellalterung und fördern die stete Neubildung von Zellen. Zusammen mit den Vitaminen Beta-Carotin, C und E sorgen sie über die Förderung der Kollagenbildung für eine straffe Haut und mindern Fältchen. Der hohe Vitamin C Anteil hat noch dazu eine straffende Wirkung auf Bindegewebe.

Die in der leckeren Frucht enthaltenen wertvollen Inhaltsstoffe unterstützen die Bildung des Farbstoffs Melanin in der Haut. Er schützt die empfindliche Hautoberfläche vor den schädigenden UV-Strahlen. Da auch in den Haarfollikeln Melanin vorkommt, welches das Ergrauen verhindert, kann man sich seine natürliche Haarfarbe länger erhalten.

Die in den Beeren vorhandenen B-Vitamine steigern den Stoffwechsel und sorgen so für eine optimale Verwertung der über die Nahrung zugeführten Proteine, Fette und Kohlenhydrate. Der Ballaststoff-Anteil wirkt abführend und hilft beim Aufbau einer gesunden Darmflora.

Da die Flavonoide noch zusätzlich die Aufnahme der Kohlenhydrate durch die Darmwand verlangsamen, wird ein steiler Blutzuckeranstieg vermieden – ein Effekt, der nicht nur für Menschen mit Diabetes günstig ist.

Das Eisen fördert die Bildung von Blutzellen und die Leistungsfähigkeit der Skelettmuskulatur. Bei Frauen kann es dem gefürchteten Eisenmangel entgegenwirken. Der hohe Kalziumgehalt in den Maulbeeren unterstützt den Aufbau von Knochen und Zahnsubstanz, stärkt die Nervenzellen und kräftigt die Muskulatur.

Das reichlich vorhandene Beta-Carotin (Vitamin A-Vorstufe) stärkt die Sehkraft und verhindert zusammen mit den anderen Antioxidanzien die vor allem bei älteren Menschen häufig auftretende Makula-Degeneration (Netzhautablösung). Sie kommt durch eine Zerstörung bestimmter Netzhautzellen durch freie Radikale zustande.

Nach operativen Eingriffen, Geburten und Verletzungen wirken die exotischen Früchte allgemein stärkend auf den Körper und beschleunigen dank ihrer durchblutungsfördernden Effekte die Wundheilung. Da sie mit 43 kcal auf 100 g noch ausgesprochen kalorienarm sind, können sie auch von Menschen mit Übergewicht ohne Reue genascht werden.

Maulbeeren Produkte

Maulbeeren gibt es als

  • frische Früchte
  • getrocknete Früchte
  • Maulbeeren Saft
  • Maulbeeren Sirup
  • Maulbeeren Tee

Die frischen Maulbeer-Früchte sind hierzulande wegen des langen Transportwegs und ihrer begrenzten Haltbarkeit nicht erhältlich – es sei denn, man kann sie von den eigenen Bäumen pflücken oder kennt Personen, die sie in ihrem Garten anbauen. Daher muss man zu den getrockneten Früchten greifen. Sie sind durch den Trocknungsprozess farblos oder cremefarben, ziemlich fest und knusprig. Ihr Geschmack ähnelt dem von Rosinen – mit dem einzigen Unterschied, dass sie keinen Nachgeschmack auf der Zunge hinterlassen.

Wurde den Trockenfrüchten die Feuchtigkeit auf natürliche Weise durch Sonnentrocknung entzogen, verfügen sie über fast so viele wertvolle Inhaltsstoffe wie ihre prall mit Wasser gefüllten Schwestern.
Die heute in gut sortierten Lebensmittelgeschäften und im Internet erhältlichen getrockneten Maulbeeren stammen aus dem Iran, der Türkei und Griechenland. Sie können außerdem zur Zubereitung des wohlschmeckenden Maulbeertees verwendet werden.

Der Maulbeeren Saft hat eine cremige Konsistenz, hellbraune Farbe und ein Aroma, das dem der Brombeere ähnelt. Er ist jedoch nicht so säuerlich wie diese. Wem das zarte Rosenaroma nicht zusagt, der kann sich seinen Maulbeersaft auch mit anderen Fruchtsäften mischen oder ihn mit Wasser verdünnen. Den Maulbeersaft kann man sich aus frischen Früchten natürlich auch selbst pressen. Er ist ein idealer Zuckerersatz und kann auch zur Zubereitung von Sirup verwendet werden.

Worauf man beim Kauf von Maulbeeren achten sollte

Frische Maulbeeren müssen vorsichtig transportiert werden, damit ihre Außenhaut nicht verletzt wird und der Saft austritt. Übrigens: Schwarze Maulbeeren können Flecken verursachen, da sie mehr Anthocyane enthalten als die anderen Beeren-Arten.

Wer die exotischen Bäume in seinem eigenen Garten gepflanzt hat und ernten möchte, sollte das tun, wenn ihre Früchte eine pralle Oberfläche und satte Farbe haben. Die frischen Beeren werden idealerweise sofort verzehrt oder weiterverarbeitet, da sie sonst Vitalstoffe einbüßen und eventuell schimmlig werden.

Wer noch keine Verwendung für sie hat, kann sie auch einfrieren und so für lange Zeit haltbar machen. Die aufgetauten Früchte müssen jedoch ebenfalls umgehend aufgebraucht werden. Das Einfrieren verursacht keinen Vitamin- und Mineralstoffverlust.

Ein guter Ersatz für die meist nicht erhältlichen, frischen Früchte sind die getrockneten Maulbeeren. Allerdings sollte man beim Kauf ausschließlich zu Bio-Ware greifen, da manche Verpackungen geschwefelte Beeren und zusätzlichen Zucker enthalten.

Lagerung und Zubereitung von Maulbeeren

Die frischen Früchte sind maximal drei Tage im Kühlschrank haltbar. Sie haben dann jedoch nur noch halb so viele gesundheitsfördernde Vitalstoffe. Eine probate Methode, die Nährstoffe zu erhalten und dennoch das ganze Jahr über Maulbeeren zur Verfügung zu haben, bietet das Einfrieren bei -18 °C. Die matschigen Beeren werden zuvor aussortiert und zu Mus verarbeitet. Das Mus kann natürlich ebenfalls im Gefrierschrank aufbewahrt werden.

Die Maulbeeren Trockenfrüchte sind – wenn sie denn Bioqualität haben – länger haltbar als Produkte mit geschwefeltem Inhalt: Sie enthalten nämlich noch eine, wenn auch geringe, Restfeuchte.

Frische Maulbeeren sind ein idealer Snack für den kleinen Hunger zwischendurch und eignen sich außerdem noch vorzüglich als Desserttopping sowie als Zutat für Obstsalate und Smoothies. Gut gekühlt sind sie an heißen Sommertagen eine willkommene Erfrischung. Außerdem kann man sie zu Maulbeermarmelade und Gelee weiterverarbeiten. Die getrockneten Früchte schmecken ausgezeichnet zu Müsli, Joghurt, Muffin und Kuchen. Außerdem kann man sie im Tee als Zuckerersatz verwenden.

Maulbeerbäume anpflanzen

Maulbeerbäume sind in der Regel pflegeleicht und anspruchslos. Werden sie an der richtigen Stelle angepflanzt, bringen sie hohe Erträge. Das gilt jedoch nur für den Anbau in wärmeren Regionen. Sorten wie Jumbo frutioses haben den ganzen Sommer über dicke, fleischige Früchte und sind einfach zu pflegen.

Wer mehr Zeit für seine Bäume aufbringen kann, wird auch mit den pflegeintensiveren Hybrid-Sorten klar kommen. Taybery mit ihren roten Früchten eignet sich außerdem gut als Heckengewächs. Am pflegeleichtesten sind schwarze Varietäten.

Für das Anpflanzen von Maulbeerbäumen optimal geeignet sind helle, sonnige Standorte mit lockerem, gut durchlässigem Boden. Man setzt den Baum im Frühjahr oder frühen Herbst in die Erde. Soll er Bestandteil einer Hecke sein, so muss er ausreichenden Abstand zu beiden Seiten haben.

Der Baum darf nur mäßig gegossen und unter keinen Umständen Stau-Nässe ausgesetzt werden. Seine Äste müssen ein Mal im Frühjahr und ein weiteres Mal nach der Ernte abgeschnitten werden. Vor allem junge Maulbeerbäume sollten im Winter gut vor Kälte geschützt werden. Während der Blütezeit kann es zum Befall mit Würmern kommen.

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