Wie gesund sind getrocknete Johannisbeeren?

Wer kennt sie nicht, die kleinen roten, cremefarbenen oder schwarzen Beeren? Ab der dritten Juniwoche ist es wieder soweit: In vielen Gärten zeigen die Johannisbeeren-Sträucher, was sie an Gesundem zu bieten haben. Die nur etwa 1 cm großen Früchte wachsen an 2 Meter (schwarze Johannisbeeren) und 1,50 Meter hohen (rote Johannisbeeren) Sträuchern. Die herb-säuerliche schwarze Variante ist nicht so eng verwandt mit ihren roten und weißen Schwestern wie diese miteinander. Die roten Früchte sind noch saurer als die schwarzen. Am lieblichsten schmeckt die weiße Variante. Sie ist jedoch hierzulande nicht so bekannt.

Die sommergrünen Johannisbeeren werden bis in den September hinein geerntet und sind nicht nur frisch, sondern auch in (gefrier)getrocknetem Zustand eine Wohltat für die Gesundheit. Zu Saft gepresst und natürlich ohne Zuckerzusatz und andere schädliche Fremdstoffe kann man sie sogar noch komfortabler zu sich nehmen.

Johannisbeeren benötigen ein gemäßigtes Klima und finden daher in Mittel- und Osteuropa, sowie im Norden Asiens ideale Wachstumsbedingungen vor. Sie bilden während der Blütezeit traubenähnliche Blütenstände, an denen danach die kleinen glänzenden roten, weißen oder schwarzen Beeren an dünnen kurzen Stielen sitzen. Zum Ernten streift man sie einfach mit der Gabel ab.

Übrigens: Die wilden Johannisbeeren werden in Mitteleuropa schon seit Jahrhunderten angebaut. Ihre positiven Wirkungen auf die Gesundheit verewigte der deutsche Mediziner und Botaniker Tabernaemontanus (Jakob Dietrich) im 16. Jahrhundert in seinem Kräuterkundebuch.

Johannisbeeren: die schwarzen sind noch gesünder als die roten

Alle drei in Deutschland bekannten Johannisbeeren-Arten lassen sich gut als Hausmittel verwenden. Obwohl es mittlerweile viele wissenschaftliche Studien über den positiven Einfluss der sauren Mini-Beeren auf die menschliche Gesundheit gibt, ist noch kein Johannisbeeren-Arzneimittel erhältlich.

Wer die Mini-Beeren also als Fitmacher nutzen möchte, muss immer noch auf ihre Urform zurückgreifen. Allerdings sollte er dabei berücksichtigen, dass die schwarze Art in punkto Wirksubstanzen eine etwas andere Zusammensetzung hat als die rote. Außerdem verfügt sie über teilweise abweichende Wirkstoff-Konzentrationen.

– Johannisbeere und Vitamin C
Schwarze Johannisbeeren haben etwa 189 mg Vitamin C, die roten 32 mg. Das antibakteriell und entzündungshemmend wirkende Antioxidanz kann als bewährtes Hausmittel bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen, Gicht, Arteriosklerose, Gastritis, als auch bei Darm- und Halsentzündung wertvolle Dienste leisten. Außerdem kann man es während der kalten Jahreszeit vorbeugend gegen grippale Infekte mit Fieber, Husten und Heiserkeit einsetzen.

Wer seine rheumatische Arthritis schneller lindern möchte, kann die Johannisbeer-Kur noch zusätzlich mit einer Tee-Kur unterstützen. Dazu verwendet man die getrockneten Blätter. Da das freie Radikale bekämpfende Vitamin außerdem an der Herstellung von L-Carnitin beteiligt ist, kommt es in der Skelettmuskulatur zu einer gesteigerten Verbrennung von Fettzellen – gut für Sportler und Menschen, die abnehmen wollen. Seine Mitwirkung an der Noradrenalin-Produktion verstärkt diesen Effekt noch.

– Johannisbeere und Beta-Carotin (Provitamin A)
Die Vitamin Vorstufe Beta-Carotin ist ebenfalls ein Antioxidanz und schützt die Innenwände der Blutgefäße vor gefährlichen Cholesterin-Ablagerungen (Arteriosklerose). Es schützt die Haut vor UV-Strahlung und stärkt Sehkraft und Immunsystem.

– Johannisbeere und B-Vitamine
Sie unterstützen den Stoffwechsel und machen munter. B-Vitamine schützen die Schleimhäute, stärken die Nerven und sorgen für bessere Laune.

– Johannisbeere und Mineralstoffe
Das in den Power-Beeren enthaltene Magnesium fördert die Durchblutung von Zellen, Organen und Geweben. Eisen kurbelt die Herstellung roter Blutzellen an und verbessert somit die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff. Als Enzym Co-Faktor ist es an diversen Stoffwechsel-Reaktionen beteiligt. Magnesium, Kalium und Eisen haben – wenn man regelmäßig ausreichend Johannisbeeren zu sich nimmt – sogar gewichtsreduzierendes Potenzial. Kalium wirkt entwässernd und hat einen positiven Einfluss auf den Blutdruck. Kalzium und Phosphor sorgen dafür, dass Knochensubstanz und Zahnschmelz intakt bleiben.

– Gamma-Linolensäure
ist in den winzigen Samen enthalten und fördert die Haut-Gesundheit. Sie hilft, die Hautbarriere gegen Bakterien, Viren, Pilze und Schmutz zu schließen. Bei Neurodermitis-Patienten kann sie damit zur Linderung von Juckreiz und nässenden Ekzemen beitragen.

– Sekundäre Pflanzenstoffe
Die Anthocyane kommen nur in den schwarzen Beerenfrüchten vor und haben eine durchblutungsfördernde, zellenschützende, entzündungshemmende und – bei regelmäßigem Konsum der geeigneten Menge – sogar krebshemmende Wirkung. Neue Studien zeigen, dass sie vor allem bei Leberkrebs positive Effekte erzielen können.

– Terpene
steigern die Leistung von Gedächtnis und Konzentrationsfähigkeit und haben Demenz vorbeugende Eigenschaften.

– Ballaststoffe
Die Pektine quellen im Magen auf und sättigen. Im Darm binden sie überschüssige Gallensäure und können so die Abgabe von Zucker in den Blutkreislauf verlangsamen – man bekommt nicht so schnell wieder Hunger.

Getrocknete Johannisbeeren – nicht nur im Müsli schmackhaft

Beim Kauf getrockneter Johannisbeeren sollte man BIO-Ware wählen, die keinerlei Zusätze enthält. Gefriergetrocknete Beeren sind die bessere Wahl, da sie im nährstoffschonenden Niedrig-Temperatur-Verfahren (maximal 35 Grad) hergestellt werden. Allerdings haben sie wesentlich mehr Kalorien als frisch gepflückte Beeren (320 gegenüber 43 kcal). Wer abnehmen möchte, sollte also bei der Tagesmenge aufpassen. Zumal die Johannisbeeren aufgrund des Trocknungsprozesses auch süßer und intensiver schmecken.

Gefriergetrocknete Johannisbeeren werden meist als Zutat für Müslis und zum Backen verwendet. Geschmacklich passen sie jedoch auch gut zu herzhaften Käsesorten.

Rezept-Tipp: Figurfreundliches Müsli

Es ist kalorienärmer als handelsübliche Müslis und kommt ohne Zuckerzusatz aus, da die Früchte darin genügend Süße bieten. Gut für diejenigen, die beim Abnehmen das „Loch im Bauch“ stopfen möchten: Die Flohsamen quellen im Magen auf und halten lange satt. 60 g des Müslis decken etwa 40% des täglichen Bedarfs an Hafer und Gersten-Ballaststoffen (Beta-Glucan), haben etwa 200 kcal und helfen, die Cholesterin-Werte zu verbessern.

Für die figurfreundliche gesunde Morgen-Mahlzeit (60 Gramm) benötigt man:

  • Gerstenflocken
  • Haferflocken
  • Roggenflocken
  • etwas Haferkleie
  • etwas Reismehl
  • 4 g gefriergetrocknete zerkleinerte Feigen
  • 3 g Sonnenblumenkerne
  • 2 g gefriergetrocknete Granatapfelsamen
  • 2 g gefriergetrocknete schwarze Johannisbeeren
  • 2 g gefriergetrocknete Erdbeerstücke
  • 2 g gefriergetrocknete Bananenscheiben
  • etwa 1 g Plantago ovata Samen

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