Wie gesund ist Cranberry-Saft?

Die hell- oder dunkelroten Früchte der Moosbeere haben einen säuerlich-herben Geschmack und sind vor allem bei Frauen gefragt. Die nordamerikanische Verwandte der deutschen Preiselbeere kann so groß wie eine Kirsche werden.

Die kleine Frucht wird hauptsächlich in den USA und Kanada angebaut. Zur Erntezeit im Spätherbst flutet man die Felder mit Wasser und trennt die reifen Beeren mithilfe künstlich erzeugter Strudel von ihren Sträuchern. Die Früchte treiben an die Wasseroberfläche und werden dort maschinell abgeschöpft.

Den Seefahrern früherer Zeiten bot die Cranberry Schutz vor der gefürchteten Vitamin-C-Mangelerkrankung Skorbut. Die indigene Bevölkerung Nordamerikas verwendete die Beeren bei Harnwegsinfekten und zum Behandeln von Wunden.

Hierzulande sind Cranberries im Spätherbst als frische Beeren und getrocknete oder tiefgefrorene Früchte im Supermarkt erhältlich. Cranberry-Saft findet man in Drogeriemärkten, Naturkostläden, Reformhäusern, Apotheken und Online-Shops.

Cranberry-Produkte stärken die Gesundheit

Cranberries verfügen über viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe: Flavonoide und Proanthocyanidine (PAC), Provitamin A, Vitamin C und K, Kalium, Natrium, Zink, Phosphor und Bor. Sie haben ein stark antioxidatives, entzündungshemmendes und antibiotisches Potenzial. Damit machen sie freie Radikale unschädlich. Das sind besonders aggressive instabile Sauerstoffmoleküle, die im Körper entzündliche Prozesse in Gang setzen und Infektionen sowie Arterienverkalkungen verursachen können.

Wer Cranberris in ausreichender Menge zu sich nimmt, kann sich damit vermutlich sogar vor Krebs, Diabetes und rheumatischer Arthritis schützen.

Die PAC der Cranberries haben sogar eine besondere „Arbeitsweise“ entwickelt: Sie verhindern das Anhaften von Krankheitserregern an Zähnen, Zahnfleisch und Schleimhäuten, indem sie diese mit einer Art schleimigem Film überziehen. Die Mikroben werden dann einfach mit dem Harn oder Speichel fortgespült.

Die positiven Effekte von Cranberry-Produkten im Einzelnen:

  • Der Konsum von 2-mal täglich jeweils 250 ml Cranberry-Saft über mehrere Wochen hinweg kann helfen, bakterielle Harnwegsentzündungen zu kurieren bzw. ihnen vorzubeugen. Die Cranberry-Antioxidanzien hindern die Escherichia-coli-Bakterien daran, sich an die Innenwände der Harnwegsorgane anzulagern. Frauen sind wegen ihrer Anatomie besonders häufig von Blasen- und Harnröhrenentzündungen betroffen. Außer den Escherichia-coli-Erregern sind oft noch Staphylokokken und andere Keime am Entzündungsgeschehen beteiligt.
  • Wer 3 Monate lang 2-mal täglich je 250 ml Cranberry-Saft trinkt, kann damit auch Helicobacter pylori deaktivieren: Das ist ein Bakterium, das für die Entstehung von Magengeschwüren und sogar Magenkrebs verantwortlich ist. Im Darm erhöht der regelmäßige Konsum des Cranberry-Saftes die Anzahl gesundheitsfördernder Bakterien.
  • Dank seines hohen Gehalts an Vitamin C ist reiner Cranberry-Saft in der Lage, Erkältungskrankheiten wie Husten oder Fieber zu verhindern und beugt zudem einem Vitamin-C-Mangel vor.
  • Cranberry-Mittel erhöhen den HDL-Cholesterinwert um etwa 8 %, wie eine kanadische Studie zeigte. Damit leisten sie einen wertvollen Beitrag zum Schutz vor Arteriosklerose und koronaren Herzerkrankungen.
  • Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen lassen vermuten, dass Cranberry-Saft sogar gegen Pseudomonas aeruginosa – einem Erreger, der Atemwegsentzündungen auslöst – wirksam sein kann.
  • Neueste klinische Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Cranberry-Saft und die kleinen sauren Beeren bakteriellen Zahnbelag hemmen und somit Karies und Parodontitis vorbeugen können.
  • In Laborversuchen konnten die in Cranberry-Naturheilmitteln reichlich vorhandenen PAC in Kombination mit dem hohen Vitamin-C-Anteil die Entstehung von Krebszellen hemmen. Außerdem beeinflussten sie das Zellwachstum und die Metastasenbildung positiv. Sogar das Selbstmordprogramm der Tumorzellen wurde von ihnen aktiviert.
  • Konsumentinnen von Cranberry-Saft stellten schon nach einigen Wochen fest, dass sie weniger schmerzhafte Monatsblutungen hatten. Darüber hinaus scheinen Cranberries den monatlichen Blutfluss reduzieren zu können.
  • In Tierversuchen reduzierte Cranberry-Extrakt – die verabreichte Menge entsprach einem Glas Cranberry-Saft – das Körpergewicht der Versuchstiere. Sie waren zuvor mit Zucker und fetthaltigen Nahrungsmitteln gefüttert worden. Auch für diesen Effekt scheinen die phenolhaltigen Flavonoide ursächlich zu sein. Außerdem stellten die Wissenschaftler fest, dass sich die Symptome des Metabolischen Syndroms bei den Tieren verbesserten.

Eine Studie mit übergewichtigen männlichen Versuchspersonen zeigte, dass schon ein Glas Cranberry-Saft pro Tag den Bauchumfang um einen Zentimeter verringern kann. Die Wirksubstanzen scheinen das Wachstum von Bakterien zu fördern, die stoffwechselunterstützend eine Gewichtsabnahme herbeiführen.

Die positive Wirkung von Cranberry-Saft ist laut ESCOP bei Vitamin-C-Mangel und Skorbut sowie vorbeugend bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen bei Frauen durch medizinische Studien ausreichend belegt.

Cranberry-Nahrungsergänzungsmittel sind bei vorschriftsmäßiger Anwendung gut verträglich. Die darin enthaltenen Gerbstoffe können bei empfindlichen Personen jedoch Bauchschmerzen verursachen. Patienten mit Nierenerkrankungen und Harnsteinen sollten vor der Einnahme ihren behandelnden Arzt konsultieren. Cranberry-Produkte können die Wirkung des Blutgerinnungshemmers Warfarin verstärken.

Cranberry-Saft kaufen

Cranberry-Saft ist nicht nur als Gesundheitsdrink, sondern auch für Fruchtschorlen und Cocktails gut geeignet. Wer sich das gesunde Getränk kaufen möchte, sollte nach Möglichkeit nur 100%ig reinen Saft nehmen, der schonend hergestellt wurde. Er sollte weder Zucker noch Zuckerersatzstoffe oder Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel enthalten.

Gute Cranberry-Produkte findet man mitunter sogar schon in Drogeriemärkten, jene aus Bioläden sind natürlich noch hochwertiger. Kauft man einen Saft-Mix, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass dessen Wirkung nicht so intensiv sein kann wie die eines reinen Cranberry-Saftes.

Zur Gesundheitsförderung trinkt man den Saft am besten verdünnt. Wem der saure Geschmack Unbehagen bereitet, der kann seinen Cranberry-Saft auch mit etwas Stevia oder Ahornsirup süßen. Cranberry-Saft eignet sich auch gut als Topping auf einer süßen Nachspeise.

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